Exkursion des Neuimkerkurs
RĂŒckblick zum Neuimkerkus von 2020. In einer Zeit mit Corona gab es fĂŒr die Teilnehmer des damaligen Kurses eine besondere Exkursion, bei der viel praktisches Wissen ĂŒber die Honigverarbeitung sowie ĂŒber besondere Trachtpflanzen anschaulich vermittelt wurde.
Ein Gastbeitrag von Dr. Peter Heuschen & Gabriele Heuschen
Ein besonderes Treffen
Am 22. Juli 2020 hatte Markus Radscheit, der den Neuimkerkurs zusammen mit Michael Czerwinski leitet, und hauptberuflich technischer Leiter der Bot. GĂ€rten der UniversitĂ€t Bonn ist, seine SchĂŒtzlinge zu einem ganz besonderen Treffen eingeladen. FĂŒr den Besuch in Bonn waren gleich zwei Lokaltermine vorgesehen.
Zuerst ging es ins Melbtal, wo die landwirtschaftliche FakultĂ€t eine Imkerei betreibt. Der Leiter, Imkermeister Dete Papendiek, empfing die Teilnehmer auf dem weitlĂ€ufigen GelĂ€nde, wo es die dortigen BienenstĂ€nde, SchulungsrĂ€ume fĂŒr die Studierenden und die RĂ€ume der Honigernte und -verarbeitung zu besichtigen galt. Insgesamt betreut Dete 100-150 Bienenvölker, unter anderem auch die in Klein-Altendorf. Er arbeitet mit einem Azubi, der gerade seine GesellenprĂŒfung macht. Er erklĂ€rte seine Methode der Wabenhygiene, die er oft mit der Neubeweiselung der Völker kombiniert. Auch die Versuche, die er mit den Bienen und ihren Wohnungen anstellt, fanden lebhaftes Interesse.
Honigverarbeitung live miterleben
Höhepunkt in der Imkerei war die Besichtigung des duftenden Schleuderraums und die LĂŒftung der Geheimnisse um die Partikelentfernung aus dem frisch geschleuderten Honig, sowie dessen Lagerung und AbfĂŒllung.
Es war beruhigend zu erfahren, dass auch er die Bienen nicht austricksen kann. So wollte er die Bienen dazu bringen, den Honig unter den BrutrĂ€umen einzulagern, damit er die schweren Honigzargen nicht heben muss. Das haben die âMĂ€delsâ aber nicht mit sich machen lassen.



Noch viele andere Fragen kamen auf und wurden diskutiert, so dass am Ende allen der Kopf vor lauter Informationen schwirrte. AuĂer natĂŒrlich bei Michael C., der sich zwischendurch immer wieder âprofessionellâ mit Dete austauschte.
Als Dank hatte Markus am Ende eine Ăberraschung fĂŒr den Imkermeister: Er ĂŒbergab ihm fĂŒr seine anschauliche Lehrstunde eine Manukapflanze aus eigener Zucht.
Ein BlĂŒtenmeer und besondere Trachtpflanzen
Dann nahm Markus die Gruppe mit in sein Reich, zumindest einen Teil seines Reiches, unter dem Motto âBienen und Blumenâ. Dort waren alle begeistert vom Bienenbaum, botanisch Tetradium, am Eingang zum Nutzgarten, der regelrecht von Bienen belagert wurde. Jeder wollte am liebsten so einen Baum in seinem Garten haben.



AnschlieĂend ging es âaufs Feldâ, wo kleine Parzellen mit unterschiedlichen âBienenmischungenâ eingesĂ€t worden waren. Markus erklĂ€rte uns ausfĂŒhrlich das Pro und Kontra auch unter BerĂŒcksichtigung der heimischen und nicht endemischen Pflanzen.
Da gibt es auch unter den Gelehrten durchaus unterschiedliche Meinungen. Ferner mussten wir erfahren, dass es unter ihnen regelrechte Honigbienenhasser gibt wie den “Wildbienenpapst” Paul Westrich. Am besten gefielen vielen von uns die âMössinger BienentrĂ€umeâ, die allerdings viele fremde Arten enthalten. Aber es war die einzige Parzelle, die jetzt nach der Tracht noch schön blĂŒhte. Aber auch hier ging es mehr um die Wild- als um die Honigbiene.
Mit der Frage, was die Bienen denn jetzt nach der Tracht noch suchen, fĂŒhrte Markus uns aufs Glatteis! Es ist nicht der Nektar, denn der ist ja in den vollen HonigrĂ€umen schon eingelagert. Nein, es ist der Pollen, den die Bienen jetzt fĂŒr die Aufzucht der Winterbienen brauchen. Michael sagte, dass jetzt die Weichen fĂŒr den Erfolg im nĂ€chsten Jahr gestellt werden.
So ging es bis zur DÀmmerung und auch hier schwirrten die Köpfe vor lauter Informationen.
Sicher gibt es nur wenige Neuimkerkurse, die so kompetent und vielseitig gestaltet sind wie der des BZV Rheinbach. Nicht nur, dass die Kurseinheiten in Corona-Zeiten online von Markus absolviert wurden, auch haben nach Ende der strengen BeschrÀnkungen schon zwei Praxistage mit Michael stattgefunden.
Herzlichen Dank den Organisatoren!





