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Die Asiatische Hornisse vor unserer Haustür – Warum wir jetzt alle handeln müssen

Meckenheimer Blütenfest
28
Apr.

Die Asiatische Hornisse vor unserer Haustür – Warum wir jetzt alle handeln müssen

Am 19. April 2026 war es wieder soweit: Das Meckenheimer Blumenfest lockte bei schönstem Sonnenschein zahlreiche Besucher auf die Stationen in und um Meckenheim. Blühende Obstbäume, Frühlingsduft, gute Laune – und mittendrin unser Stand vom Bienenzuchtverein Rheinbach, der dieses Jahr auf dem Obsthof Wißkirchen zu finden war. Doch neben Honig und Bienenprodukten ging es dieses Jahr vor allem um ein Thema, das uns Imkerinnen und Imkern zunehmend Sorgen bereitet: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina).

Eine stille Invasion

Noch vor wenigen Jahren kannte sie hier kaum jemand. Heute ist die Asiatische Hornisse in unserer Region angekommen – und sie ist gekommen, um zu bleiben. Ursprünglich aus Südostasien stammend, hat sie sich über Frankreich in rasantem Tempo nach Deutschland hin ausgebreitet. Ihre Leibspeise: unsere Honigbienen.

Was das bedeutet? Weniger Bienen heißt weniger Bestäubung. Weniger Bestäubung heißt weniger Obst, weniger Gemüse, weniger Vielfalt in unserer Natur. Das betrifft nicht nur uns Imker – das betrifft uns alle.

Was wir tun – und wo die Grenzen liegen

Unser Verein ist seit der ersten Sichtung in der Region aktiv. Wir dokumentieren, wir fangen, wir klären auf. Unser Bienensachverständiger und Hornissenberater Jörg Nuber ist seit Monaten im Einsatz – ehrenamtlich, versteht sich. Die Maßnahmen zeigen Wirkung: Die Ausbreitung wurde etwas verlangsamt. Vielmehr lässt der Blick auf andere Bundesländer wie das Saarland vermuten, dass wir in den kommenden Jahren vor einem echten Problem stehen.

Politik trifft Praxis

Umso mehr hat uns gefreut, dass Meckenheims Bürgermeister Sven Schnieber am Blumenfest nicht nur kurz vorbeischaute, sondern sich gemeinsam mit den Beigeordneten Markus Handrich und Bianca Lorenz wirklich Zeit nahm, um sich umfassend zu informieren. Das Ergebnis: konkrete Zusagen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs sollen durch unsere Experten geschult werden. Das ergibt absolut Sinn – denn wer täglich Hecken schneidet und Grünanlagen pflegt, stößt möglicherweise als Erster auf ein Nest, weil sie häufig in Büschen und Hecken ihre fußballgroßen Primärnester bauen. Und in der Nähe eines Nestes sind Asiatische Hornissen alles andere als friedlich. Die Schulung soll helfen, Nester zu erkennen und gefährliche Situationen zu vermeiden.

Noch wichtiger: Stadt und Verein wollen gemeinsam ein Bekämpfungskonzept entwickeln – und dabei auch die Nachbarkommunen ins Boot holen. Denn die Hornisse kennt keine Gemeindegrenzen.

Was IHR jetzt tun könnt

Jetzt im Frühjahr – bis etwa Mitte Mai – haben wir ein entscheidendes Zeitfenster. Die jungen Königinnen sind gerade dabei, neue Nester zu gründen. Wer jetzt Locktöpfe aufstellt und eine Königin gezielt tötet, kann verhindern, dass ein ganzes Volk mit Tausenden von Asiatischen Hornissen entsteht.

Rezept für Lockstoff (wenn ihr weniger anmischen wollt, einfach im gleichen Verhältnis anmischen)

  • 1 l Wasser
  • 400 gr Zucker
  • 25 g Hefe (ca. 1/2 Tüte Trockenhefe)

    Jetzt das Gemisch 2-3 Tage im offenen(!) Container gären lassen, anschließend in einem geschlossenen Behälter aufstellen, der ein Schwammtuch im Deckel hat. Das Schwammtuch muss bis ganz auf den Boden reichen, um sich immer wieder vollsaugen zu können.

    Gegen 18 bis 19:30 Uhr hat man gute Chancen, eine Vespa Velutina zu erwischen.
  • Hinweis: Bitte keine beliebigen Insektenfallen aufstellen, weil diese nicht selektiv sind und ALLE Insekten darin sterben – auch die Heimischen! Nur gezielte Maßnahmen bringen Erfolge!
Locktopf Asiatische Hornisse 2
Locktopf Asiatische Hornisse 1

Worauf ihr achten unbedingt solltet: Keine heimische Hornisse töten!!

  • Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als unsere heimische Hornisse
  • Sie hat einen überwiegend dunklen Körper mit einem markanten orangefarbenen Streifen am Hinterleib
  • Die Beine haben gelbe Spitzen (daher auch der Name „Gelbfüßige Hornisse”)
  • Im Frühjahr sind Königinnen oft an blühenden Sträuchern wie Kamelien oder an Futterstellen zu beobachten
Hornissen im Vergleich
Usere heimische Hornisse (links, Vespa crabro) im Vergleich mit der invasiven Asiatischen Hornisse (rechts, Vespa velutina).

Gemeinsam sind wir stärker

Die Asiatische Hornisse ist ein Problem, das wir nur gemeinsam lösen können – Imker, Kommunen, Naturschutzbehörden und die Bevölkerung. Jede gemeldete Sichtung, jede informierte Bürgerin, jeder aufmerksame Spaziergänger macht einen Unterschied.

Mehr verlässliche Infos findet ihr auch hier: velutina.info

Wir vom Bienenzuchtverein Rheinbach bleiben dran. Ehrenamtlich, engagiert und mit der festen Überzeugung, dass sich der Einsatz lohnt – für unsere Bienen, für unsere Natur und für die Zukunft unserer Region.

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