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Anatomie einer Honigbiene

Einzelne Biene mit Spiegelung
23
Dez.

Anatomie einer Honigbiene

Auf den ersten Blick wirkt die Honigbiene zierlich und unscheinbar. Am vorderen Bereich etwas mehr behaart und am Hinterleib gelb-braun gestreift. Doch ein genauer Blick auf ihre Anatomie zeigt: Dieses Insekt ist ein hochkomplexes, perfekt angepasstes Lebewesen. Kopf, Brust und Hinterleib bilden gemeinsam ein biologisches Meisterwerk – vollgepackt mit erstaunlichen Fähigkeiten.

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Biene mit Pollen

Der Kopf – Kommandozentrale mit Super-Sinnen

Der Kopf ist das erste der drei Körpersegmente und Sitz der wichtigsten Sinnesorgane. Hier befinden sich Augen, Mundwerkzeuge – und vor allem die Antennen, das wichtigste Wahrnehmungsorgan der Biene.

Fun Fact: Das Gehirn der Honigbiene ist kaum größer als ein Stecknadelkopf, ermöglicht aber beeindruckende Leistungen: Orientierung über Kilometer, komplexe Kommunikation durch Tanz und ein erstaunlich gutes Erinnerungsvermögen.

Manche Forscher setzen sich dafür ein, auch die Nervenmasse im Bauchraum der Honigbiene als Teil des Gehirn zu betrachten. Dann jedenfalls hätte die Honigbiene ein ähnliches Verhältnis von Gehirn zur Körpermasse, wie wir Menschen.

Antennen: Riechen, schmecken, fühlen im Dunkeln

Die Antennen, also die Fühler, bestehen aus drei Teilen:

  • Schaft
  • extrem bewegliches Wendeglied
  • Geißel (10 Glieder bei Arbeiterinnen und Königin, 11 beim Drohn)

Die Geißel ist dicht mit Sinneshaaren und Nervenzellen besetzt. Damit können Bienen Gerüche, Geschmäcker, Vibrationen und Luftbewegungen wahrnehmen. Im dunklen Bienenstock tasten sie sich ausschließlich mit den Antennen voran und orientieren sich damit im stockdunklen Zuhause.

Fun Fact: Die Königin erkennt mit den Antennen die Größe einer Brutzelle und weiß instintiv, ob diese für Arbeiterinnen oder Drohnen vorgesehen ist – und legt entsprechend befruchtete oder unbefruchtete Eier hinein. (Hinweis für Laien: Nur aus den unbefruchteten Eiern werden Drohnen, die zu 100 Prozent das erbgut der Königin besitzen und – falls sie sich erfolgreich paaren – dieses an die nächste Generation weitergeben.)

Der Thorax – Kraftzentrum der Biene

Der Brustbereich (Thorax) ist das zweite Körpersegment und verbindet Kopf und Hinterleib. Hier sitzt die gesamte Flugmuskulatur – der leistungsstärkste Muskelapparat der Biene. Am Thorax sind außerdem alle sechs Beine und die vier Flügel befestigt. Er ist das zentrale „Maschinenhaus“ der Biene.

Fun Fact: Schon mal beobachtet, dass Bienen von Hornissen oder Wespen erbeutet wurden, und nur der Brustbereich gefressen wurde? Klar, denn dort steckt der größte Teil der wertvollen Muskelmasse – und dementsprechend die wertvollen Proteine.

Sechs Beine mit Spezialaufgabe

Wie alle Insekten besitzt die Honigbiene sechs Beine. Doch Vorder-, Mittel- und Hinterbeine sind unterschiedlich gebaut und hoch spezialisiert. Was sie alle gemeinsam haben: Bienen haben an jedem Bein sogenannte Haftlappen und Krallen – und können je nach Untergrund wählen, was gerade benötigt wird. Deshalb können Bienen sogar kopfüber auf glattem Glas laufen.

Vorderbeine – das Putzteam: Mit ihnen reinigt die Biene Augen und Antennen. Eine spezielle Putzscharte am Fersenglied gibt es nur an diesem Beinpaar.

Mittelbeine – laufen und festhalten: Sie dienen hauptsächlich der Fortbewegung und dem sicheren Halt auf Waben.

Hinterbeine – Pollentransport in Perfektion: An den Hinterbeinen befinden sich die berühmten Pollenkörbchen – flache Vertiefungen mit langen Haaren. Hier werden die Pollenkügelchen gesammelt und in den Stock transportiert.

Flügel – vier werden zu zwei

Honigbienen gehören zu den Hautflüglern und besitzen vier durchscheinende Flügel: zwei große Vorder- und zwei kleinere Hinterflügel. Beim Fliegen verhaken sie sich und wirken wie ein einziger flexibler Flügel. Im Bienenstock aber wären große Flügel hinterlich, sodass sie platzsparend auf dem Rücken zusammengeklappt werden können.

Die Flügelbewegung entsteht indirekt: Die Brustmuskeln ziehen sich zusammen und auseinander, bewegen die Rückenplatte – kleine Hebelarme setzen diese Bewegung auf die Flügel um.

Fun Fact: Das Muster auf Flügeln von Insekten, also die Anordnung von Rippen und Stegen, ist genetisch festgelegt und wird zur Artbestimmung genutzt.

Der Hinterleib – Lebenszentrum mit vielen Aufgaben

Im Hinterleib liegen die wichtigsten inneren Organe und viele lebenswichtige Drüsen. Er besteht:

  • aus 6 Segmenten bei Arbeiterinnen und Königin
  • aus 7 Segmenten beim Drohn

Flexible Flankenhäute zwischen den Chitinplatten ermöglichen große Beweglichkeit. Leider ist der Platz zwischen den Bauchplatten der bevorzugte Ort für Varroamilben – dort kann die Biene sie kaum selbst entfernen. Die Atmung über das Tracheensystem funktioniert nur durch das rhythmische Ausdehnen und Zusammenziehen. Fettreserven dienen als Energiespeicher und als Grundlage für die Wachsproduktion.

Fun Fact: Da Nektar kaum Fett enthält, synthetisiert die Biene Fett selbst – aus Zucker.

Der Stachel – Opfer bringen für das Volk

Nur Arbeiterinnen und die Königin besitzen einen Stachel mit Widerhaken. Drohnen haben gar keinen.

Während die Königin ihren Stachel ausschließlich gegen Rivalinnen nutzt, setzen Arbeiterinnen ihn zur Verteidigung ein. Die Beschaffenheit der Haut von Säugetieren verursacht, dass der Stachel wegen des Widerhakens in der Haut stecken bleibt. Beim Versuch, sich zu lösen, reißt dieser aus dem Hinterleib heraus – die Biene stirbt.

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